Um die Vorfreude auf den kommenden Segeltörn und speziell den Hafenaufenthalt in Hammerhavn auf Bornholm ein wenig zu steigern, habe ich mir eben mal zwei Videos zu diesem schönen Hafen angeschaut. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.
Das erste zeigt am Anfang und am Ende den Hafen selbst und dazwischen wird ein geführter Bootsausflug zu den nahegelegenen Grotten gemacht. Auch an dem Felsen mit dem Cache, der mich besonders reizt, wird vorbei gefahren. Wir haben dafür allerdings unser eigenes kleines Beiboot dabei...
Das zweite Video zeigt die Festungsanlage Hammerhus. Sie steht keinen ganzen Kilometer vom Hafen entfernt.
Natürlich gibt es auch noch einen zweiten Notfallplan für unsere Reise.
Sollte eine Überfahrt nach Bornholm in der Nacht vom Sonntag auf den Montag nicht möglich sein, kommen wir erst am Dienstag Morgen in Hammerhavn auf der Insel Bornholm an. Deshalb ist ein Festhalten an dem ursprünglichen Plan nach Ystad zu segeln eher ungünstig.
Besser wäre es dann schon in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch weiter zurück in den Süden zu verlegen. Der Fährhafen Rönne bietet sich da als Ziel an, weil der Hafen dort sehr gut befeuert und damit auch in der Dunkelheit für uns erreichbar wäre.
Von dort könnten wir dann in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag den Sprung zurück nach Vitte auf Hiddensee machen.
Unsere Crew für den Segeltörn besteht momentan aus einer Crew von insgesamt acht jungen Leuten. Die Yacht, eine Bavaria 46 cruiser, bietet allerdings Platz für 8-10 Personen. Wer also noch mit will, darf sich gerne bei mir melden!
Hier die groben Eckdaten des Törns in einer Zusammenfassung:
Zeitraum: 25.08. - 01.09.2012 Starthafen: Breege auf Rügen Zwischenstopps: Vitte - Hammerhavn - Ystad - Vitte Zielhafen: Breege Kosten: 300,00 Euro (inkl. Verpflegung, Hafengebühren, etc.) Boot: Bavaria 46 cruiser Mögliche Aktivitäten: Segeln, Baden, Schwimmen, Angeln, Besichtigung der größten Burgruine Nordeuropas, Erkundung der Wallander-Schauplätze in Ystad, Tauchen, Schlauchboot fahren, Geocaching Teilnehmer: Holger, Christian, Florian, Sebastian + Freundin, Philipp, Jörg
Segelkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich! Der Törn kann auch zur Vorbereitung auf verschiedene Segel- bzw. Kraftbootscheine genutzt werden. Umfangreiche seemännische und navigatorische Kenntnisse können vermittelt werden!
Natürlich braucht solch ein groß angelegter Törn wie der unsere auch mehrere Schlechtwetteralternativen.
Eine davon habe ich kurz und knapp "Rund Rügen" genannt. Sollten wir z. B. nicht spätestens von Montag auf Dienstag Nacht auf die Insel Bornholm verlegen können, bleibt uns noch immer die Möglichkeit den Törn um die Insel Rügen durchzuführen. Dann würden wir am Montag als ersten Hafen nach Vitte die Marina Lohme ansteuern. Dies wäre eine gute Alternative bei stetigen und sehr selten vorkommenden Nord- oder Südwinden.
Am Dienstag könnten wir dann von Lohme nach Seedorf segeln und am Mittwoch von Seedorf nach Stralsund. Von Stralsund aus geht es dann am Donnerstag außen um Hiddensee rum und dann nach Vitte. Freitags dann gemäß Normalplan nach Breege.
Der vom Normalplan abweichende Kurs in der Seekarte
Natürlich ist dies nur ein Notfallplan und deshalb nicht ganz so fein ausgearbeitet wie der eigentliche Törnplan über Bornholm nach Südschweden. Bewusst habe ich die Marinas so gewählt, dass - bis auf Vitte - kein Hafen aus dem letzten Jahr angesteuert wird.
Die Entscheidung steht nun fest. Gemeinsam mit meinem Co-Skipper Chris kamen wir zu dem Entschluss nun doch keine Bavaria 51 cruiser für den diesjährigen Törn zu chartern. Stattdessen wird es nun eine Bavaria 46 cruiser.
Diese ist nur 5 Fuß kürzer und hat statt 10 festen Kojen nur 8 und zusätzlich zwei Notkojen im Salon.
Die Raumaufteilung bei der Bavaria 46 cruiser gefällt uns deutlich besser, denn eine dritte Naßzelle nimmt die bei der 51er gewonnenen 5 Fuß in Beschlag.
Grundriss der Bavaria 46 cruiser
Den größten Vorteil der 46er sehe ich in der Navigationsecke, die in Fahrtrichtung eingebaut ist. Bei der 51er ist diese quer zur Fahrtrichtung verbaut und das halte ich doch für eher unzweckmäßig. Was sich Bavaria bei der Konstruktion da wohl gedacht hat?
Die Nav-Ecke auf einer Bavaria 46 cruiser
Die Nav-Ecke auf einer Bavaria 51 cruiser
Die 46er lässt sich mit einer achtköpfigen Crew auch nachts sehr angenehm segeln, denn eine Einteilung in zwei Wachen mit den vier Kammern fällt recht leicht. Die erste Segelwache schläft in den achteren vier Kojen und die zweite Segelwache bekommt die vier Kojen im Vorschiff inklusive der Luxus-Kammer.
Die luxeriöse Eignerkammer im Vorschiff
Eine der beiden gleichen Achterkammern
Zwei Nasszellen mit jeweils einem Frischwassertank (Fassungsvermögen insgesamt 460 Liter) sind auf der 46er ebenfalls verbaut. Die achtere von beiden hat sogar eine Dusche. Wenn wir also mal nicht an Land in der Marina duschen wollen, können wir auch an Bord bleiben.
Die Nasszelle achtern
Und jetzt zu den wichtigen Dingen:
Unsere Yacht hat ca. 122 Quadratmeter Segelfläche bei schlappen 11 Tonnen Verdrängung! Das ergibt eine Segeltragzahl von 4,97! Bei modernen Yachten liegt dieser Wert zwischen 4 und 5. Werte von 6 und höher erreichen fast ausschließlich die Boote beim America's Cup. ;-)
Die Rumpfgeschwindigkeit habe ich mit 9 Knoten berechnet.
Was will ich damit sagen? Wir sind auf einer verdammt schnellen und sportlichen Fahrtenyacht unterwegs!
Schauen wir uns dazu doch einfach mal zwei Videos an:
Als Zubehör mieten wir uns übrigens noch zusätzlich ein kleines Dinghy mit Außenbordmotor für Hafenerkundungen und Badespaß vor Anker.
Um die Planung der Etappen abzuschließen kommt nun der Plan für die letzten anderthalb Tage.
Für den Freitag kann ich mir grundsätzlich gut vorstellen flexibel auf die Wünsche der Crew zu reagieren. Je nach Wetterlage und Laune bieten sich weitere Fahrrad-Ausflüge auf der Insel Hiddensee an oder wir laufen bereits am Vormittag aus und Ankern auf dem Weg nach Breege entweder im Breetzer oder Breeger Bodden. Auch letztes Jahr war dies schon so geplant, aber leider machte uns damals plötzlich aufkommender Starkwind einen Strich durch die Rechnung und wir mussten leider ankerauf gehen. Vielleicht haben wir dieses Jahr etwas mehr Glück und wir können vor Anker eine Runde baden gehen und den restlichen Tankinhalt vom Dinghy verfahren... ;-)
Um 18:00 Uhr laufen wir dann spätestens in Breege ein und gehen für eine halbe Stunde an die Kraftstoffpier. Dort müssen wir den Diesel nachfüllen und danach verlegen wir dann die letzten paar Meter an unseren Liegeplatz.
Die Marina Breege
Nach dem obligatorischen Einlaufbier kratzen wir dann sämtliche Reste des Proviants zusammen und zaubern uns "vernichten" alles. Nicht dass wir am nächsten Morgen noch etwas wegschmeißen müssen... Zum Sonnenuntergang folgt dann der "Sundowner", ein alter Brauch mit einem Cocktail, den ich uns mixen werde.
Am nächsten Morgen bleibt dann nur noch das Ausräumen der Yacht und die Übergabe an den Vercharterer. Eine Endreinigung durch Mola ist im Preis bereits mit drin. So können wir ganz gemütlich gegen 10:00 Uhr die Heimreise antreten...